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Mann und Frau?

26.05.2010

Intersexualität und Menschenrechte

Amnesty International nahm bislang keine Position zum Thema Menschenrechtsverletzungen an Intersexuellen ein. Auf Initiative von MERSI Hamburg wird sich nun die deutsche Sektion von Amnesty International auf internationaler Ebene für eine klare Positionierung einsetzen.

Im Mittelpunkt der Bemühungen steht die Ächtung einer medizinischen Praxis, intersexuellen Menschen entweder im frühen Kindesalter ohne Einwilligungsfähigkeit – oder Erwachsenen ohne Aufklärung über Folgen oder Risiken – auf operativ-medikamentösem Weg ein eindeutiges Geschlecht „zuzuweisen“. Dies wird als fundamentaler Verstoß gegen die Menschenrechte (Recht auf körperliche Unversehrtheit, auf Selbstbestimmung und Würde sowie auf Nicht-Diskriminierung) gewertet, da solche Maßnahmen in den allermeisten Fällen aus medizinisch-gesundheitlicher Sicht keinerlei Begründung haben.

Der Vorstoß wurde auch vom Hamburger Bezirk, der bundesweiten MERSI-Themenkoordinationsgruppe und von den anderen deutschen MERSI-Bezirkskoordinationsgruppen mitgetragen. Auch die Schweizer Sektion positioniert sich nach einer Initiative der Schweizer LGBT-Gruppe Queeramnesty. Besonderer Dank gilt Lucie Veith von Intersexuelle Menschen e.V., die durch ihren Einsatz die Initiative angestoßen hat.

Zum Bericht der Schweizer Amnesty Gruppe Queeramnesty
Zum Schattenbericht von Intersexuelle Menschen e.V.